Technologie

Finanz 4.0

Digitale Transformation: Auswirkungen auf Finanzen und Controlling

 

„Bei der digitalen Transformation sollen CFOs ihre klassischen Themen nicht aus den Augen verlieren. Um die eigentlichen Effizienzziele zu erreichen, wird es zunehmend erforderlich, die Möglichkeiten der Digitalisierung wie Automatisierung, Standardisierung und Integration von Systemen mit Digital Analyse Fähigkeiten zu nutzen. Für 77 Prozent der CFOs ist der durch den digitalen Wandel hervorgerufene Umbruch im Unternehmen die grösste „Baustelle“. An zweiter Stelle folgt mit 64 Prozent die Reorganisation des Finanzbereichs zur Anpassung an überwiegend digital getriebene neue Geschäftsmodelle. Getrieben wird diese Veränderung durch neue Entwicklungen in den Basistechnologien wie In-Memory und im Bereich Advanced Analytics. Ein Finanzchef muss sich heute mit fehlerhaften oder unvollständigen Daten auseinandersetzen (53 Prozent, +19%), Hauptursache dafür sind die Nutzung verschiedener Systeme und das manuelle Konsolidieren unterschiedlicher Datenquellen. Für aussagefähige Analysen sind jedoch strukturierte, konzernweit vereinheitlichte und vor allem valide Daten eine Grundvoraussetzung.

 

Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf den Unternehmenswert, welche Treiber steigern den Unternehmenswert, welche Auswirkungen hat die Digital Strategie auf Finanzen und Controlling, welche Unterschiede gibt es zwischen Groß- und Kleinbetrieben, wie bewertet man KI Systeme, sind die Wirtschaftsprüfung und Bilanzen noch relevant und welche Reglementierungen sind bereits beschlossen.

 

Notwendig ist Harmonisierung anstatt Regulierung im Handelsrecht, Steuerrecht, Bilanzstandards, Kapitalmarkt und Arbeitsrecht und Wettbewerb in Infrastruktur, Umwelt, Bildung, Arbeitsplatz und Mobilität. Leider ist die Realität momentan eher gegenläufig – welche Auswirkungen hat Digitalisierung in Deutschland.

 

Wirtschaftsprüfer arbeiten noch mit buchwertorientierten Bewertungsverfahren und historischen steuerlichen Abschreibungen und ermitteln damit Unternehmenswerte die weit von den Transaktionswerten von Beteiligungen entfernt liegen (Referenz: Branchen Multiples). Unterschiedliche Bilanzverfahren (IFRS, USGAAP, HGB) schätzen  Werte von Software oder Wissen als Intangible Assets, wie auch Lizenzen und Patente, die im besten Fall eine Aufwandsabschätzung darstellen. Steuerlich wird der Wert der Intangiblen Assets zumindest im HGB sofort als Goodwill abgeschrieben, auch wenn die Steuergesetze inzwischen deutliche Abschläge um Steuervorteile zu reduzieren. Der Börsenwert (Marktwert) eines Unternehmen liefert eine handelbare Prognose und basiert auf publizierten also „geschönten“ Finanzkennzahlen (KGV, Dividenden und Volatilität) dies erklärt warum die Börsenwerte eher emotional anstatt empirisch ermittelt werden, obwohl es erprobte „fair Value“ Methoden (EVA, Free Cash Flow, WACC) gibt die auf Basis einer Business Planung einen Unternehmenswert errechnen der an die Markt- und Wettbewerb Entwicklung angepasst ist.

 

Die Börsenwerte der weltweit wertvollsten Digital Unternehmen wie Apple, Amazon, Alphabet, Microsoft, Facebook, die vor 20 Jahren noch insignifikant waren sind heute zusammen mehr wert als die Börsenwerte der seit über 100 Jahren existierenden Industrie Unternehmen (Daimler, GE, Siemens, Ford, GM) und neue global Player entstehen in Asien (Alibaba, Baidu, Tencent, … ). Noch ist USA führend, wird aber von Asien bald überholt und Europa bewegt sich träge – ROW ist nur noch verlängerte Werkbank. Bemerkenswert ist, dass die genannten wertvollsten Unternehmen die geringste Steuerlast haben, die geringste Wertschöpfungstiefe aber die höchste Innovationskraft, die maßgeblich von IT (insbesondere KI) dominiert wird. Die weltweit 10 Top Unternehmen haben den höchsten Marktanteil, weil Sie die Daten der Kunden besitzen und dies  der neue teuerste Rohstoff wird (Data ist he new Oil). Etablierte Unternehmen degradieren zur Supply Chain dieser Digital Unternehmen (Google, Amazon, UBER, Airbnb, ebay, Facebook) und die Margen sowie der Kundenzugang werden von diesen Big Playern kontrolliert (wie bisher OEMS der Automobil- , Luftfahrt- Industrie mit ihren Zulieferanten). Interessant ist das die Wertschöpfung und Produktivität nicht von Digital Unternehmen gesteigert wird, sondern das Investitionsrisiko und die Produktivitätssteigerung  in die Lieferkette verlagert wird. Nur im War for Talent, herrscht Unklarheit wo die Besten arbeiten wollen (Work Life Balance). Ist Kapitalbindung ein Vor- oder ein Nachteil, wie sieht der Schutz der Daten aus, welche Sicherheiten liefern Digitalunternehmen, ersetzen Cryptowährungen unser Geld, wird das Internet zur Manipulation, ersetzten Roboter die Menschen am Arbeitsplatz – dazu existiert kein verlässliches Risikomanagement bei Digital-Unternehmen, das Industrie Unternehmen etabliert haben.

 

Die Digitalen Treiber – Orientiert sich der Marktwert an der Substanz (Assets) oder an der Börse (Equity)?

Bei einem Börsen-Crash verlieren alle hochbewerteten Unternehmen massiv an Wert, aber Digitale Unternehmen werden bald wieder die Ranglisten der Investoren anführen, weil Sie höhere Kurssteigerungen versprechen und damit Kapital anlocken, Asset basierte Unternehmen versorgen sich Kapital mit Anleihen. Banken hebeln sich mit Basel- und Solvency- Auflagen aus der Finanzierung und verlieren ihre Kontrolle über Unternehmen, Wirtschaftsprüfer sind mit der Komplexität der Betriebsprüfung und Geschwindigkeit überfordert, Steuergesetzte sind nicht mehr berechenbar (Compliance und Regulierung) und der Finanzmarkt steckt in der größten Krise – Liquidität durch Notenbanken forciert ist unbegrenzt vorhanden, es wird aber nicht investiert auch nicht in der Industrie und insbesondere nicht in Startups in Deutschland, die dringend Investitionen benötigen um digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln!

 

Nach einer Bitkom Umfrage will die Industrie in Deutschland ihre Führungsrolle (Industrie 4.0 ausschließlich Maschinenbau) nicht verlieren und investiert zögerlich in KI insbesondere in Roboterautomatisierung, autonome Fahrzeuge und Predictive Analytics. Die drei wichtigsten AI-Subsektoren sind maschinelle Datenanalyse, Verarbeitung natürlicher Sprache und Bildverarbeitung. Die maschinelle Datenanalyse umfasst Business- und Datenanalysen, Prognosemodelle, Big Data, Machine Learning, Statistikerkennung und Vorhersagen. Der nächstgrößte Sektor für AI-Investitionen ist die industrielle Bildverarbeitung. Video- und Bilderkennung sowie Bildanalyse expandieren in viele Bereiche, von der Werbung bis zur Robotik und von der physischen Sicherheit bis zur Gesundheitsanalyse. Objekterkennung und Tiefenwahrnehmungs-technologie soll beim Aufbau von autonomen Fahr- und Augmented-Reality- Bemühungen helfen.

 

Das bedeutet, dass AI neue Möglichkeiten in allen Sektoren schafft und die nächste Stufe des globalen Wachstums vorantreibt.“„Die Digitalisierung wirbelt die Unternehmensstrategien ordentlich durcheinander“. „Keine Branche kann sich den Veränderungen entziehen.  Mit Divestments versuchen sie Kapazitäten und Mittel frei für Investitionen in digitale Technologien oder Zukäufe von neuen Unternehmensteilen zu machen. Es zeigt sich auch, dass solche strategischen Veräußerungen den Wert der verbleibenden Unternehmensteile eher steigern als etwa opportunistische Verkäufe.

Die Digitalisierung wird in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) vor allem eingesetzt, um betriebliche Abläufe zu verbessern und Kosten einzusparen. Viele Unternehmen in D sind noch mit Basel III, Solvency II, Compliance, und BilruG, WTO (Handelsembargo) und der Optimierung ihrer Produktion beschäftigt, während sich die Digitale Industrie weltweit zur führenden Wertsteigerung etabliert hat. Sowohl die Digitale Infrastruktur, die neue Datenschutzverordnung (DGSVO), die Digitalisierung der Ämter, die Ausbildung und die Steuergesetzte passen sich nur schleppend dem Fortschritt an, dabei behindern sie Investitionen und Innovationen im Unternehmen. Digital kennt keine Grenzen oder Staaten, auch keine Einschränkungen im Zahlungsverkehr (Cryptowährungen) und entzieht sich nationalen Kontrollen. Deshalb ist das Wachstum exponentiell und die Investitionen minimal, die Technologie verfügbar und Wirtschafts-Förderungen streiten sich um einen Anteil an diesem Markterfolg. Die Bewertung der Business Cases dauert zu lange um mit der digitalen Geschwindigkeit stand zu halten.

 

Steuererklärungen mit ELSTER und die e-Bilanz im Bundesanzeiger sind seit Jahren Pflicht. Die Übermittlung der ersten Digitalen Finanzberichte an Banken und Kreditinstitute soll ab April 2018 möglich sein. Derzeit sind jedoch noch nicht alle Softwareanbieter sowie erst ein geringer Anteil der Banken und Sparkassen in der Lage, an DiFin teilzunehmen.

 

Fazit:

Ein Unternehmen entscheidet sich für die Digital Transformation nur wenn der Aufwand (Investition) der Nutzen (Profit) und die Umsetzung (Zeitraum, Dauer) berechenbar sind. Diese Faktoren sind bei Digitalisierung nicht ermittelbar, weil hohe Schwankungen (Erfolge, Misserfolge) bestehen, die Komplexität hoch und die Digital-Kapazitäten sehr gering sind. Bei betriebswirtschaftlichem Erfolg ist der Zwang zur Veränderung sowieso gering und die Kontrollgremien (z.B. AR, Beirat) sind mit Corporate Governance Kodex (gesetzliche Vorgaben, vereinfacht der Besetzung mit Frauen und der Cool down Periode für Vorstände) beschäftigt und sind mit Digitalen Strategien überfordert um die Auswirkungen und Risiken der Digitalen Transformation einzuschätzen. Hier wäre ein Digital Advisory Board, ein Digital Controlling (Governance System) und ein Digital Transformation Kommittee (Product Owner) zur Steuerung und Leitung notwendig. Auch das Steuerrecht ist noch in nationalen direkten und indirekten Steuergesetzten gefangen anstatt in Europäischer Harmonisierung und Globaler Ausrichtung der Handelsgesetze.

China will zur bis 2030 zur industriellen Weltmacht aufstreben, weltweit führend in KI bis 2025 werden,  Exportweltmeister spätestens 2020 und mit Kapital die höchsten Beteiligungen in Europa und USA anstreben – damit Gewinnabführungen und Steuerminderung. Welche Auswirkung hat das auf die Börsenwerte und die Unternehmenswerte, hier kann nur ein internationaler Bewertungsansatz helfen!

 

 

Disclaimer

Diese Zusammenfassung bietet Einblicke basierend auf praktischen Erfahrungen sowie aus Forschung und Lehre. Sie stellen übertragbare digitale Lösungsmethoden vor, abgeleitet von Unternehmenstransformationen bei den genannten Unternehmen. Für die Anpassung bietet das Kompetenzhaus dazu erprobte Methoden wie Digital Readiness Check, Digital Maturity, Digital Business Navigator an (Personalentwicklung, Change Management und Organisationsentwicklung).  Methoden für Digital Geschäftsmodelle, Assessments (IT Due Diligence, Outsourcing und Unternehmenswert Analysen), Strategie Beratung (Periodische Strategische Planung, Change Management, Projekt Management), Interim-Management (Software Entwicklung, Beratung, Coaching,) und Controlling (Digital Advisory Board, Finanzen und Beteiligungen) sind Angebote der META Mergers & Acquisitions. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf!

 

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